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Inklusion

Link zu: SeitenanfangDas Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderung – die BR-K

Weltweit leben etwa 650 Millionen Mensch mit einer Behinderung - Regelungen zur Wahrung der Rechte von behinderten Menschen aber fanden sich bis vor wenigen Jahren nur in 45 von 194 Staaten.

Dieser Fakt war 2006 ausschlaggebend für den Beschluss der Generalversammlung der Vereinten Nationen ein „Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderung“ (BR-K) sowie ein entsprechendes Zusatzprotokoll (Fakultativprotokoll) zu erarbeiten und zu beschließen.

In Deutschland trat diese Vereinbarung im März 2009 in Kraft.

Im Rahmen dieser Konvention werden die grundlegenden Menschenrechte von Menschen mit Behinderung verdeutlicht - sie umfasst Lebensräume wie Teilhabe am politischen Leben, Gleichberechtigung und Nichtdiskriminierung, Barrierefreiheit, persönliche Mobilität, Gesundheit, Beschäftigung und Bildung.

Die Konvention formuliert Inklusion als ein grundlegendes Menschenrecht und nennt unter den Allgemeinen Grundsätzen (Art. 3):

  • „Die volle und wirksame Teilhabe an der Gesellschaft und Einbeziehung in die Gesellschaft.“
  • „Die Achtung vor der Unterschiedlichkeit von Menschen mit Behinderungen und die Akzeptanz dieser Menschen als Teil der menschlichen Vielfalt und der Menschheit.“

Die Vereinbarung basiert auf dem grundlegenden Verständnis von Behinderung in dem jede Form von Beeinträchtigung im Sinne einer Vielfalt menschlichen Lebens akzeptiert wird. Darüber hinaus wird dieser Vielfalt (Diversität) explizit positiv und wertschätzend als einer möglichen Quelle gesellschaftlicher Bereicherung begegnet.

Den Originaltext des Übereinkommens der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderung finden Sieauf www.ohchr.org.

Während an der Erarbeitung der UN-Konvention neben Regierungsvertretern auch Vertreterinnen und Vertreter von Menschenrechtsorganisationen und Verbänden von Menschen mit Behinderungen teilnahmen (“Nothing About Us Without Us”), war dies bei der deutschen Übersetzung nicht der Fall.

Deutschland, Liechtenstein, Österreich und die Schweiz hatten eine deutsche Übersetzung der Konvention abgestimmt, die zu grundlegenden Diskussionen führte. So wurde z. B. der im Original der Konvention verwendete englische Begriff Inclusion irreführend mit Integration übersetzt.

Daraus entstand die so genannte „Schattenübersetzung“ an deren Erstellung – wie von der Konvention gefordert – Betroffene und entsprechende Organisationen beteiligt waren. Die amtliche, gemeinsame Übersetzung der UN-Konvention von Deutschland, Lichtentstein, Schweiz und Österreich, die so genannte „Schattenübersetzung“ sowie die deutsche Übersetzung in leichter Sprache finden Sie bei www.behindertenbeauftragter.de.

Link zu: SeitenanfangInklusion und Schule

 

logo_kleinGemäß dem Art. 24 der Konvention müssen die Vertragsstaaten sicherstellen, dass Menschen mit Behinderungen Zugang zu einem inklusiven, hochwertigen und unentgeltlichen Unterricht an Grundschulen und weiterführenden Schulen haben. Die Vereinbarung formuliert zudem unmissverständlich die Pflicht der Vertragsstatten zur Umsetzung angemessener Vorkehrungen, damit dem Rechtsanspruch auf Gemeinsamen Unterricht in der Realität entsprochen werden kann.

In diesem Sinne vertritt der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung  ausdrücklich den Anspruch aller Kinder und Jugendlichen auf einen diskriminierungsfreien Zugang zur allgemeinen Schule.

Er „…spricht sich für einen gemeinsamen Unterricht von behinderten und nicht behinderten Kindern aus, in dem die sonderpädagogische Förderung behinderter Kinder an allgemeinen Schulen erfolgt. Denn dort, wo mit den erforderlichen Hilfen behinderte und nicht behinderte Schülerinnen und Schüler gemeinsam unterrichtet werden, hat dies für alle Kinder Vorteile.“ (http://www.behindertenbeauftragter.de/DE/Themen/BildungundArbeit/Schule/Schule_node.html)

In der Realität unserer Schullandschaft jedoch wird immer noch die Mehrzahl von  Schülerinnen und Schülern mit Förderbedarf an Förderschulen unterrichtet – auch gegen ihren Willen oder gegen den ihrer Eltern – da mit dem so genannten Ressourcen- oder Finanzierungsvorbehalt argumentiert wird. Demnach wird Gemeinsamer Unterricht nur dann realisiert, wenn die personellen, räumlichen und sächlichen Voraussetzungen dies ermöglichen.

In der gesamten Bundesrepublik weisen über 485.000 Schülerinnen und Schüler einen sonderpädagogischen Förderbedarf auf – ca. 6 %  (Zahlen für 2009/2010). Die jeweiligen Bundesländer weisen jedoch recht unterschiedliche Zahlen auf. So haben in Rheinland-Pfalz 4,7 Prozent aller vollzeitschulpflichtigen Schülerinnen und Schüler einen besonderen Förderbedarf, hingegen sind es in Mecklenburg-Vorpommern 11,9 Prozent.

Vor allem die Kinder und Jugendlichen mit Migrationshintergrund zählen im bundesweiten Durchschnitt zu der Gruppe mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Insgesamt werden in Deutschland etwa 80 Prozent der Kinder mit Förderbedarf in separaten Förderschulen unterrichtet. Nur etwa 20 Prozent von ihnen besuchen eine allgemeine Regelschule.

Der Besuch einer Förderschule erweist sich häufig für die betroffenen Jugendlichen als Sackgasse für ihre weitere Entwicklung – nahezu 75% aller Förderschüler erreichen keinen Hauptschulabschluss. (vgl.: Friedrich Ebert Stiftung (Hrsg.): Inklusive Bildung. Die UN-Konvention und ihre Folgen. Berlin 2010)

Im europaweiten Vergleich steht Deutschland damit weit hinter dem Anteil integrativ beschulter Kinder und Jugendlicher in anderen Ländern zurück.

Im Gegensatz zu diesen Zahlen steht die Rechtsgrundlage, siehe:

  • Das Gutachten der Max-Träger-Stiftung, das die Bedeutung internationaler Abkommen für die nationale Bildungspolitik aus rechtswissenschaftlicher Sicht beleuchtet. Das Gutachten untersucht im Hinblick auf jedes einzelne Bundesland, inwieweit die schulrechtlichen Voraussetzungen für die Inklusion von Menschen mit Behinderungen ins Schulsystem vorhanden sind.
  • Das Gutachten von Prof. Dr. Eibe Riedel zur Wirkung der internationalen Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung und ihres Fakultativprotokolls auf das deutsche Schulsystem
  • Die Stellungnahme der Monitoring Stelle zur Stellung der UN-Behindertenrechtskonvention innerhalb der deutschen Rechtsordnung und ihre Bedeutung für behördliche Verfahren und deren gerichtliche Überprüfung, insbesondere ihre Anforderungen im Bereich des Rechts auf inklusive Bildung.
  • Der Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 18.11.2010 mit dem Titel „Pädagogische und rechtliche Aspekte der Umsetzung des Übereinkommens der Vereinten Nationen vom 13. Dezember 2006 über die Rechte von Menschen mit Behinderungen (Behindertenrechtskonvention - VN-BRK) in der schulischen Bildung“.
  • Der Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 20. 10. 2011 mit dem Titel  "Inklusive Bildung von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen in Schulen“.

Insbesondere interessant sind auch die Studien von:

Link zu: SeitenanfangWas ist eine inklusive Schule?

Eine inklusive Schule ist – pointiert ausgedrückt – eine gute Schule für alle Kinder! (Vgl. Christine Demmer. Schule anders denken, gestalten und evaluieren. Eine Vergleichsstudie. Montag Stiftung - Jugend und Gesellschaft 2011)

Eine inklusive Schule

  • verfügt über ein durchdachtes Konzept inklusiven Arbeitens und beleuchtet es immer wieder auf dem Hintergrund ihrer Schulrealität.
  • verfügt über ein Kollegium, in dem Lehrerinnen und Lehrer der Regelschule und der Förderschule gemeinsam und im kollegialen Austausch arbeiten.
  • eröffnet allen Kindern und Jugendlichen, ungeachtet ihrer individuellen Voraussetzungen oder ihrer aktuellen Lebenslagen, gleiche Bildungschancen.
  • wird den Einzelnen gerecht, sie bietet ein ausreichendes Maß an Individualisierung.
  • beachtet das „andere Lernen“ und geht neue Wege im Unterricht sowie bei der Wissensvermittlung und Bildung.
  • versteht sich als Gemeinschaft, in der Demokratie gelebt und gelernt wird.
  • sieht sich als lernende Institution, in der Reformen „von innen“ und „von unten“ möglich sind.

Siehe hierzu auch www.blicküberdenzaun.de

Einen nützlichen Kriterienkatalog für eine „inklusive Schule“ bietet der „Index für Inklusion“. Hier wird ein Instrumentarium angeboten, mit dem in Schulen die Initiierung inklusiver Schulprozesse auf strukturierte Weise erarbeitet werden kann.

Das in Großbritannien entwickelte Material  stammt von T. Booth und M. Ainsworth,  eine deutsche Übersetzung von Ines Boban und Andreas Hinz finden Sie unter www.inklusionspaedagogik.de.

Link zu: SeitenanfangBeispiele inklusiver Schulentwicklung

Es bewegt sich etwas in unserer Schullandschaft!

Immer mehr Schulen nehmen die Heterogenität ihrer Schülerschaft inzwischen bewusst wahr und reagieren darauf mit Offenheit und veränderten Lern-Settings.

Mit Preisen ausgezeichnete Schulen der vergangenen Jahre sind zu einem großen Teil integrativ arbeitende Schulen,  mit einem bemerkenswert hohen Anteil behinderter Kinder und Jugendlicher bzw. sehr stark heterogenen Lerngruppen.

Eine „Landkarte der inklusiven Beispiele“ können Sie auf der Homepage des Beauftragten der Bundesregierung für die Belange behindertr Menschen anschauen – die Vielzahl der dortigen „Leuchttürme“ macht Hoffnung!

Die Robert-Bosch-Stiftung verleiht beispielsweise jährlich einen Schulpreis an “hervorragende Schulen, die mit ihren pädagogischen Leistungen richtungsweisend für andere sein können. Diese Schulen sind auf der Höhe der Zeit, sie sind gerüstet für die Zukunft. Sie schaffen es, Kinder und Jugendliche mit den unterschiedlichsten Voraussetzungen für Leistungen und Kreativität zu begeistern, ihre Lernfreude und ihren Lebensmut zu stärken, und sie zu Fairness und Verantwortung zu erziehen.“
Infos zu den sich bewerbenden sowie ausgezeichneten Schulen finden Sie unter schulpreis.bosch-stiftung.de.

Desgleichen ist die Seite der Bertelsmann Stiftung über die Verleihung des Jakob-Muth-Preises sehr interessant. Auch hier werden explizit innovativ arbeitende Schulen mit inklusiver Beschulung ausgezeichnet.

Beispiele von inklusiver Schulentwicklung in unserer Region finden Sie:

Haben wir Sie ausreichend informiert? Fehlt noch etwas?
Sollten wir unbedingt ein weiteres Beispiel inklusiver Beschulung anfügen?
Senden Sie Rückmeldungen und Anregungen an vstgeorg@gmx.de!

Link zu: SeitenanfangInklusives Arbeiten am Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung in Düsseldorf

Auch wir wollen uns und etwas bewegen!

Mit unserer Arbeit am Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung in Düsseldorf sind wir uns unserer Verantwortung hinsichtlich der gelingenden Umsetzung der UN-Konvention zur Inklusion sehr bewusst, denn in unserem Haus und unseren Seminaren werden zukünftige Lehrerinnen und Lehrer ausgebildet deren Menschenbild und beruflicher Werdegang in den nächsten Jahrzehnten grundlegend für eine geglückte Etablierung von Inklusion sein wird.

So gab und gibt es im ZfsL Düsseldorf:

  • für alle Fachleiterinnen und Fachleiter das Fortbildungsangebot „Zukunftswerkstatt Inklusion“  mit Herrn Prof. Burow im Dezember 2011
  • gezielte Maßnahmen zur seminarübergreifenden Zusammenarbeit der Fachleiterinnen und Fachleiter unseres Hauses.
  • eine Arbeitsgruppe „Inklusion“ – hier wird aktuell eine Befragung aller Fachleiterinnen und Fachleiter sowie langfristig auch aller Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter entwickelt.
    Aus den ermittelten Ergebnissen zum Wissensstand sowie den Bedürfnissen und Wünschen sollen Angebote zu Hospitationen, gemeinsamen Unterrichtsbesuchen und Fortbildungen entstehen.
  • eine permanente Präsenz im Netz zum Thema Inklusion.

Link zu: SeitenanfangDokumente zum Inklusionstag am 22.02.2013 im ZfsL Düsseldorf

Link zu: SeitenanfangRingvorlesung im Sommersemester 2012

Die Westfälische Wilhelms-Universität Münster veranstaltet im Sommersemester 2012 eine Ringvorlesung zum Thema „ Inklusiv-individuelle Förderung bei  Lern- und Leistungsschwierigkeiten“.

Themen und Veranstaltungshinweise können Sie hier nachlesen.

Link zu: SeitenanfangMaterialien

  • Kritische Stellungnahme des Städtetages NRW zum Referentenentwurf "Schulgesetzänderung".
Link zu: Seitenanfang

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